AKTUELLES SONSTIGES/RÜCKSCHAU

 
   



     
   

Liebe Mitglieder und Freunde von AUSSTIEG e.V.,

mit diesem Rückblick auf das Jahr 2008 wollen wir uns die wesentlichen Aktivitäten und Ereignisse im vergangenen Jahr nochmals vor Augen führen.
Die Treffen unserer Selbsthilfegruppe in der Karlsruher Petrusgemeinde waren immer gut besucht und boten die Möglichkeit zu lebendigem Austausch, zum Abbauen von Enttäuschungen und zum Mitteilen von Sorgen und Ängsten. Besonders wertvoll schienen mir dabei gerade die Einzelgespräche nach der großen Vorstellungsrunde zu sein. Immer wieder kamen neue Teilnehmer, sowohl Betroffene als auch Aussteiger oder kritisch Gewordene dazu.
Ein herzliches Dankeschön besonders unserem „harten Kern“, also all denen, die regelmäßig da waren. Hervorheben möchte ich diesmal Giovanna und Sascha, die in vielen Fällen ihre Hilfe anboten und diese dann auch geleistet haben. Danken möchte ich auch Ilse, die von ihrem Heimatort aus kräftig mitarbeitet und auch ein paar Mal den Weg nach Karlsruhe auf sich genommen hat.
Sehr schmerzlich war für uns alle die unerwartete Nachricht vom Tode unseres lieben Heinz. Zusammen mit seiner Frau war er immer zu guten, hilfreichen Gesprächen bereit. Marianne kommt weiter in die Gruppe und bringt sich liebevoll ein, worüber wir sehr glücklich sind.
Besonders wichtig waren uns die zahlreichen Schulbesuche, meist in 9. oder 11. Klassen, wenn im Religionsunterricht das Thema „Sekten“ an der Reihe ist. Tini, Giovanna, Sascha, Nora und Ursel teilten sich die Aufgaben. Gerade junge Menschen brauchen eine sachliche und fundierte Aufklärung über problematische und offensiv missionierende Glaubensgemeinschaften, um vor ihren raffinierten Verführungskünsten gefeit zu sein. Was wir ihnen zu sagen haben, finden die Schüler immer total spannend.
Im Juli hatten wir auf der Karlsruher „Meile des Engagements“ wieder einen interessanten und viel beachteten Infostand und konnten gute Gespräche führen.
Die Stadt Ingelheim am Main war im Sommer Veranstaltungsort einer „Schöpfungswoche“, was an sich sehr begrüßenswert ist. Nicht wenig staunten wir allerdings, auch die Zeugen Jehovas unter den Veranstaltern zu finden. Sie unterhielten einige Tage lang einen Infostand auf dem Ingelheimer Marktplatz, boten eine Busfahrt nach Selters an und luden zu einem Vortrag über „Intelligent Design“ (ID) ein.
Ausstieg, d.h. zwei Männer und fünf Frauen unseres Vereins, suchten vor Ort das Gespräch und brachten verständlicherweise etwas Unruhe herein. Durch unsere Gesprächsführung und durch unsere dank fundierter Bibelkenntnis guten Argumente gelang es uns möglicherweise, in den Zeugen Zweifel an ihrer eigenen Lehre zu wecken, was letztendlich aber dazu führte, dass sie ihre Sachen einpackten und den Standort vorzeitig verließen. Die Ingelheimer Stadtverwaltung, an ihrer Spitze der OB, verhielt sich unserer Kritik und unseren Warnungen gegenüber eher resistent. Ein Interview, das wir einer Ingelheimer Zeitung auf deren Wunsch gaben, erschien dann doch nicht.
Wir diskutierten in Ingelheim besonders auch über das Thema Bluttransfusion, stießen bei den Zeugen aber auf Granit. Kurz darauf wurde wieder ein Todesfall einer schwangeren Zeugin Jehovas und Mutter eines kleinen Mädchens bekannt Als Folge davon brachte RTL einige sehr gute Beiträge. Wir freuen uns, dass wir von Ausstieg die Interviewpartner Ilse, Olaf und Frank vermitteln konnten.
Im Herbst sendete RTL einen weiteren Beitrag über die Zeugen Jehovas, diesmal zum Thema Missbrauch. Wir danken Giovanna und Sascha für ihre Initiative und ihren Mut zu dieser Sendung!
Zu unserem eigentlichen Schwerpunkt sind die Herausgabe und der Vertrieb unserer Bücher geworden. Neu hinzugekommen ist „Die Zeiten der Nationen näher betrachtet“ von Carl Olof Jonsson. Das vom Autor aktualisierte und von Herbert Raab neu übersetzte Buch konnte im Herbst nach langer Arbeit in den Druck gegeben werden und findet in seiner ansprechenden äußeren Erscheinung Zustimmung sowohl bei C.O. Jonsson als auch beim Übersetzer. Ein herzliches Dankeschön an Juliane Herzog und an Torsten Schmidt für das ausdrucksvolle Cover und für alle Unterstützung!
Das Buch „Das Zeichen der Letzten Tage – Wann?“ haben wir nachdrucken lassen und können es auch wieder anbieten.
„Der Gewissenskonflikt“ wurde noch einmal lektoriert - einige Druckfehlerteufelchen mussten noch verschwinden -, und das Buch ist zur Zeit wieder im Druck, weil wir alle Exemplare verkauft haben. Wir danken allen Spendern, die den Buchnachdruck finanziell unterstützt haben, ganz herzlich.
Im Zusammenhang mit dem Buchverkauf bekommen wir viele Anrufe, gerade auch von kritisch gewordenen Zeugen. Solche Telefonate werden in vielen Fällen zu langen, offenen und wohltuenden Gesprächen, und wir können Anrufer zusammenführen, die ähnliche Sorgen und Probleme haben. Dabei wird uns auch immer wieder deutlich, welch ungeheuren seelischen Schaden und welches Werk der Familienzerstörung diese erbarmungslose Sekte anrichtet, die sich dabei noch groß aufspielt.
…und unsere DVD? Sie ist immer noch in Arbeit. Es geht schleppend, das muss ich zugeben, trotzdem habe ich die Hoffnung, dass sie bald fertig wird. Näheres dann zu gegebener Zeit.
Wir wünschen allen Mitgliedern, Freunden und Förderern unseres Vereins ein gesundes, gesegnetes und erfülltes Jahr 2009!
Für das Team von Ausstieg e.V.
Ursula Meschede


Am Samstag, den 5. Juli 2008
konnte man sich in Karlsruhe auf der „Meile des Engagements“
über die Arbeit vonAUSSTIEG e.V. informieren.





Bilder von unserem Stand, aus Personenschutzgründen ohne Besucher.

Es gab viel Zustimmung. Viele berichteten von der Schwierigkeit, mit Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten, Nachbarn, die Zeugen Jehovas seien, Kontakt zu pflegen. Es gäbe eine auffällige und bedauerliche Abschottung, leider auch der Kinder.

Besonders das Bluttransfusionsverbot wurde als eine rückständige und unmenschliche - ja unchristliche - Haltung bezeichnet. Eine Krankenschwester berichtete, dass sie in ihrer beruflichen Laufbahn öfter diese Problematik hautnah miterlebt hätte. Besonders traurig ein Fall, als sie in den 70er Jahren in New York gerabeitet hat: Ein 4 jähriges Kind sollte dringend eine Bluttransfusion erhalten, die Mutter, eine Zeugin Jehovas, verweigerte es. Als die Mutter für eine Weile wegging, nahmen die Ärzte die Transfusion vor. Die Mutter, die vorzeitig zurückkam, riss die Infusionsnadel heraus und das Kind starb. Noch nach so vielen Jahren hatte die Krankenschwester Tränen in den Augen.

Eine andere Frau erzählte von einer Bekannten (Zeugin Jehovas), die dringend operiert werden muss. Nachdem sie aber auch für den Notfall eine Bluttransfusion verweigert, wird die Operation nicht vorgenommen. Würde sie jetzt operiert, hätte sie gute Überlebenschancen. Aber die Angst, die ihr die Wachtturmlehre eingeimpft hat, ist zu groß.

Die Wachtturmgesellschaft beruft sich in dieser Frage häufig auf das Selbstbestimmungsrecht des Patienten. Worüber darf er aber selbstbestimmt entscheiden? Ein Zeuge Jehovas steht vor der paradoxen Situation, sich zwischen Tod oder Tod entscheiden zu müssen. Der Verzicht auf Blut kann sein Leben kosten, entscheidet er sich aber für die Transfusion, ist mit seinem grausamen Tod durch Jehova in der kurz bevorstehenden Endzeitschlacht zu rechnen, falls er seinen Schritt nicht bereut.

Eine Frage beschäftigt uns: Wenn ein Fotograf speziell den Stand von AUSSTIEG ins Visier nimmt und auf Nachfrage behauptet, kein Zeuge Jehovas zu sein, und er wäre es doch - HAT ER  DANN NICHT JEHOVA VERLEUGNET?


Februar 2008

Rückblick auf das Jahr 2007

Liebe Mitglieder und Freunde von AUSSTIEG e.V.,

mit diesem Rückblick auf das Jahr 2007 wollen wir uns die wesentlichen Aktivitäten und Ereignisse im vergangenen Jahr in Erinnerung rufen.

Die Treffen der Selbsthilfegruppe fanden ziemlich regelmäßig am ersten Samstag eines Monats statt. Sowohl betroffene Angehörige als auch Aussteiger oder Ausstiegswillige nutzten die Gelegenheiten zum Gespräch und Gedankenaustausch.

Etliche Besuche in Schulen und bei Jugendgruppen zeigten uns, dass das Interesse und der Bedarf an Information über die ZJ und über Sekten allgemein gerade bei Jugendlichen nach wie vor besteht.

Es ist schon Tradition, dass wir beim Konfirmandentag der Region Kandel/Germersheim einen Workshop über Sekten anbieten. Diesmal hatte es dankenswerter Weise Hennie Banscher übernommen, die Konfirmanden für das Thema zu sensibilisieren.

Im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung für evangelische Pfarrer zum Thema Sekten, die in der ev. Akademie in Bad Herrenalb stattfand, gestalteten einige von uns einen Nachmittag mit dem Schwerpunkt ZJ.
In Karlsruhe waren wir zu einem Informationsabend zum Thema ZJ mit anschließender Diskussion bei der ev. Studentengemeinde eingeladen.
Das Interesse und die Resonanz waren wie immer sehr groß.

Gerade im vergangenen Jahr wurde deutlich, dass Ausstieg e.V. seinen Schwerpunkt mehr und mehr auf die Herausgabe und den Versand wichtiger Bücher verlegt:

„Auf der Suche nach christlicher Freiheit“ von Raymond Franz in deutscher Sprache, übersetzt von Herbert Raab.

Seit Frühjahr 2007 „Der Gewissenskonflikt“ von Raymond Franz, neueste und von Herbert Raab zusammen mit dem Autor aktualisierte und überarbeitete Fassung.

Beide Bücher sind direkt bei Ausstieg e.V., über den Buchhandel und seit einigen Wochen auch über www.ebay.de  und www.amazon.de erhältlich. Gerade „Der Gewissenskonflikt“ ist ein sehr begehrtes Buch, und wir müssen schon bald an einen Nachdruck denken.

„Das Zeichen der Letzten Tage – Wann?“ von Carl Olof Jonsson und Rud Persson ist seit Herbst vergriffen, wird nachgedruckt und ist in Kürze wieder erhältlich.

In Vorbereitung ist die aktuelle Auflage des Buches „Die Zeiten der Nationen, näher betrachtet“ von Carl Olof Jonsson, in einer ganz neuen Übersetzung von Herbert Raab.

„Wenn Frauen nicht mehr schweigen“ von Margareta Huber ist zur  Zeit ebenfalls vergriffen; ein Nachdruck ist geplant.

Das wichtigste Ereignis im vergangenen Jahr war natürlich der Besuch von Raymond Franz, Carl Olof Jonsson und Rud Persson bei uns hier in Karlsruhe. Ray Franz und seine schwedischen Freunde sind sich hier zum ersten Mal persönlich begegnet!

Um möglichst vielen Menschen die Gelegenheit zu geben, die Autoren kennen zu lernen und mit ihnen zu sprechen, veranstalteten wir am 7. Oktober einen „Tag der Begegnung“. Aus allen Teilen Deutschlands, auch aus den Nachbarländern Schweiz, Österreich und Frankreich reisten ehemalige Zeugen und „Noch-Zeugen“ an und nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch und Erfahrungs-austausch, auch untereinander. Es waren sehr intensive Begegnungen.

Eine während dieser Tage aufgenommene DVD ist noch in Arbeit und wird in absehbarer Zeit erhältlich sein.

Am 8. Oktober traten unsere schwedischen Freunde die Heimreise an, und Ray Franz startete zusammen mit „Jed“, seinem jungen Begleiter, zu einer Rundreise nach Polen, Tschechien und Rumänien, die wir mit ihm zusammen organisiert hatten. Dort besuchte er Freunde und Übersetzer seiner Bücher. Heil und guter Dinge kam er wieder in Karlsruhe an und flog am 18. Oktober zurück nach Atlanta.

Wie Ray uns seitdem mehrfach versichert hat, waren es auch für ihn erfüllte und glückliche Tage.

Im Zusammenhang mit unserem Buchversand, aber auch angeregt durch unsere Website, erhielten wir viele E-Mails und führten ungezählte Telefonate mit meist guten Gesprächen. Viele Menschen auf der Suche nach Befreiung von den Fesseln einer Sekte, aber auch verzweifelte und ratlose Angehörige, haben mit uns Kontakt aufgenommen.

Wir wünschen allen Mitgliedern und Freunden unseres Vereins ein gesundes, gesegnetes und erfülltes Jahr 2008!

Für das Team von Ausstieg e.V.

Ursula Meschede.





Die Wahrheit zu sagen wird euch frei machen

(Ein Beitrag im Gästebuch von silentlambs vom April 2005
alles nach wie vor aktuell?) DieWahrheit?




Dezember 2006

Liebe Mitglieder und Freunde von Ausstieg e.V.,
liebe Besucher unserer Website,

zum Ende dieses Jahres möchte ich uns in einem Rückblick in Erinnerung rufen, was wir 2006 so alles gemacht haben.

Da waren vor allem die regelmäßigen Treffen der Selbsthilfegruppe in der evangelischen Petrusgemeinde in Karlsruhe, die unserem „harten Kern“ und auch so manchem neuen Gesicht die Möglichkeit zum lebendigen Austausch, aber auch zum Abladen von Enttäuschungen und zum Mitteilen von Sorgen und Ängsten geboten haben.

Vier Mal  beantworteten wir an Infoständen Fragen und stellten uns der Diskussion und auch der Kritik: im Mai beim Rheinland-Pfalztag in Speyer, im Juli auf der „Meile des Ehrenamts“ in Karlsruhe, im November im Rahmen einer Ausstellung des Weissen Rings zum Thema Opfer im Amtsgericht Karlsruhe, und ebenfalls im November im Landratsamt Karlsruhe als Mitglied der Interessengemeinschaft der Selbsthilfegruppen der Region Karlsruhe.

Hier einige Impressionen von Begegnungen mit Besuchern auf unseren Infoständen:

Ein älterer Mann bleibt vor den Sprechblasen "Mama warum?" stehen und ruft spontan: "Na super, da liegt meine ganze Kindheit! Das stimmt ja hier alles!" Auf Nachfrage erzählte er, dass er als Kleinkind mit seinen Eltern zu den ZJ kam. Mit 18 ist er ausgestiegen: "Dann fing ich erst richtig an zu leben". Der Kontakt zu den Eltern brach ab, heute weiß er nicht einmal, ob sie noch leben.

MamaWarumkl

Eine Frau zeigt starkes Interesse an den Infos. Auf die Frage, ob Sie ZJ kenne antwortet sie: "Oh ja, ich bin eine Ausgeschlossene." Im weiteren Gespräch erzählt sie: "Ja, ich wurde schon vor Jahren ausgeschlossen, hatte aber einen Mann und 2 Kinder, die noch bei den ZJ waren. Ich durfte weiter den Haushalt führen und das Essen kochen. Als es aufgetragen war, musste ich immer das Zimmer verlassen, damit sie beten konnten. Danach wurde mir erlaubt, wieder ins Zimmer zu kommen und zu essen." Und heute? "Von meinen Kindern weiß ich nichts mehr, weiß nur, dass mein Mann inzwischen gestorben ist."

"Meine Frau ist ZJ, wir haben keine Probleme."
Frage: Wie lange schon?
Antwort: "Seit 1 Jahr getauft."
Nachfrage: Absolut keine Probleme?
Antort: "Na, ja, man kann nicht mehr so recht mit ihr über alles reden."

"Meine Schwägerin ist ZJ, man kommt kaum noch an sie ran, sie macht bei keinen Festen mit. Wir haben kaum noch Kontakt."

"Ich bin Schulleiter, es ist sehr schwierig mit ZJ-Kindern. Sie dürfen bei keinen Festen und Festvorbereitungen mitmachen. Wenn ein Gedicht gelernt werden soll, in dem bestimmte Worte vorkommen (Geburtstag, Weihnachten,…), dürfen sie es nicht lernen. Naja, wir geben ihnen dann ein Frühlingsgedicht."

Eine Elternbeiratsvorsitzende: "ZJ-Kinder sind leider Außenseiter. Gut, dass Sie diese Informationen anbieten."

Eine junge Frau, vermutlich ZJ: "Warum stehen Sie heute hier?"
Antwort: Wir informieren über ZJ und helfen Leuten, die rauswollen.
Frau: "Warum stehen Sie gerade heute hier?"
Antwort: "Aus Anlass des Kongresses der ZJ."
Frau: "Wenn Sie schon behaupten, helfen zu wollen, warum stehen sie dann erst heute hier? Dann inquisitorisch: und warum habe ich Sie hier noch nicht gesehen?"

Ein Mann, vermutlich ZJ: "Jesus hätte nicht gutgeheißen, was Sie hier machen."

Ein Mann: "Ja, die ZJ, mit denen bin ich fertig. Meine Tochter kam zu Pflegeeltern, die waren ZJ. Nach einigen Jahren habe ich herausgefunden, dass sie dort geschlagen wird, aber nicht nur ein Klaps, richtig. Ich habe das Jugendamt alarmiert und Anzeige erstattet. Ja und dann stellte sich heraus, dass das nicht alles war. Der Pflegevater hatte sie auch noch sexuell missbraucht. Er hat dann 2 Jahre bekommen, aber die Entschädigung war dann statt 25.000 nur 5000."

Ein älterer Mann: "Ja, ja die ZJ, die habe ich kennengerlernt. Meine Tochter war damals 8. Wir waren in Kaiserslautern beim Kongress. Ich sollte getauft werden, wollte aber nicht. Ich sagte, ich bin schon im Namen Jesu Christi getauft. Sie brachten uns in einen engen Raum und bedrohten mich. Ich wollte nicht. Da sagten sie, das Kind muss raus. Meine Tochter hatte Angst und hielt meine Hand fest. Wir haben uns einfach nicht losgelassen. Ich bin rausgekommen. Ich denke, wenn ich alleine gewesen wäre, hätten sie mich zusammengeschlagen. So hat mich meine Tochter gerettet."

Ein Ausländer, französissch sprechend: "Meine Frau ist bei den ZJ, es ist furchtbar, man kommt nicht mehr an sie ran." Unter Tränen: "Sie hat sich total verändert, ich kenne sie nicht mehr wieder, es ist so furchtbar."



Wir gestalteten Veranstaltungen bei der Evangelischen Erwachsenenbildung Karlsruhe-Durlach, in der evangelischen Gemeinde Karlsruhe-Neureut/Nord, sowie im Rahmen des Diakonischen Werks bei Sehbehinderten und Blinden in Bad Liebenzell.

Wir stellten uns Fragen von Jugendlichen verschiedener Gemeinden; Ursel führte wieder einen Workshop beim Konfirmandentag der Region Kandel/Germersheim durch und hielt zusammen mit Tini  etliche Schulstunden zum Thema Zeugen Jehovas in der Region hier und in der Pfalz. Gerade was die Schulstunden betrifft, bewies Tini ein erstaunliches Talent: Sie konnte die Schüler so fesseln, dass diese sogar auf ihre Pausen verzichteten!

Besonders hervorheben möchte ich das Seminar mit Herrn Dipl.Psych. Dieter Rohmann, das wir im November in Karlsruhe durchführten. Es war wie immer sehr spannend und nicht nur für Aussteiger, sondern auch für Betroffene eine ganz große Hilfe und Bereicherung, die viele neue Perspektiven aufzeigte. Nochmals ganz herzlichen Dank an Dieter Rohmann!

Große Anerkennung fanden 4 Mitglieder von AUSSTIEG e.V. im Juni in Gars am Inn, wo wir im Rahmen eines einwöchigen Sektenseminars für Religionslehrer einen ganzen Tag zum Thema ZJ gestalten durften. Es gab Fragen ohne Ende, die wir den hochmotivierten Lehrern beantworten mussten, und die Diskussion bewegte sich auf einem sehr anspruchsvollen  Niveau. Für uns, die wir dabei waren, war das eine ganz tolle Erfahrung und auch Bestätigung unserer Arbeit. Der weite Weg dorthin hat sich wirklich gelohnt und die sehr gastfreundliche Aufnahme tat ein übriges.

Während der Verkauf des Buches „Auf der Suche nach christlicher Freiheit“ von Raymond Franz nach wie vor über Ausstieg und den Bruderdienst-Verlag läuft, haben wir in diesem Jahr schon wieder ein Buch herausgebracht: „Das Zeichen der Letzten Tage – Wann?“ von Carl Olof Jonsson - zum ersten Mal in deutscher Sprache, in der Übersetzung von Herbert Raab. Wir können dieses hoch interessante, wissenschaftliche Buch jedem ans Herz legen.

Herbert hat übrigens bereits mit der Übersetzung der neuesten schwedischen Auflage des Buches „Die Zeiten der Nationen, näher betrachtet“ von Carl Olof Jonsson begonnen.

An dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön an Herbert!

Während ich diese Zeilen schreibe, ist die neueste Auflage des ersten Buches von Raymond Franz, „Der Gewissenskonflikt“, das ja lange vergriffen war, im Druck. Es wurde von Ray erweitert, aktualisiert und mit vielen Fotos bereichert. Ausstieg und der Bruderdienst-Verlag bringen es heraus. Auch hier hat Herbert Raab die Übersetzung der hinzugekommenen oder geänderten Texte geleistet. Das Buch wird auch einen festen Einband haben und mit einem wunderschönen Cover von Juliane Herzog geschmückt sein. Wir geben es, wie übrigens jetzt auch „Auf der Suche nach christlicher Freiheit“, gleich in den Buchhandel, so dass man die Bücher  ohne Mühe auch anonym erwerben kann. Allerdings wird der Preis dadurch höher.

Näheres demnächst auf unserer Website.

Ja, und dass wir diese neu eingerichtete schöne Website mit Forum haben, freut uns ganz besonders. Jeder, der mag, darf sich gerne einbringen mit Gedanken, Anregungen und Diskussionsbeiträgen. Wir hoffen, dass es zu einem lebendigen Austausch kommen wird!

Nicht vergessen möchte ich die zahllosen Kontakte durch Telefongespräche oder E-Mails. Vom Geschäftsmann, der nicht recht weiß, ob er einen jungen Mann einstellen soll, der sich als ZJ zu erkennen gegeben hat, über die ratlose Mutter von drei Kindern, deren Mann sich den ZJ angeschlossen und dadurch die Familie aufgemischt und die Ehe ruiniert hat, über die verzweifelte Mutter einer 14Jährigen, die von ZJ-Schulkameradinnen indoktriniert wird und die der Mutter nun vorhält, aus ihr spräche der Satan, bis hin zur jungen Pionierin, die sich in letzter Not ausgerechnet an uns wendet, weil sie zwar die Lehre der WTG noch voll akzeptiert und verteidigt, aber dennoch so unglücklich ist und unter solchem psychischen Druck steht, dass sie bereits einen Selbstmordversuch hinter sich hat und uns den nächsten ankündigt.

Probleme und Nöte Tag für Tag, verursacht durch eine fundamentalistische religiöse  Gruppierung, die sich für so elitär hält, dass sie davon ausgeht, alle Menschen außer ihren eigenen Mitgliedern würden einmal vernichtet werden. Die aber dennoch anbändelt mit einem Staat, den sie eigentlich als satanisch verurteilt. Die die neu erworbene KdöR (bisher zwar nur für Berlin) stolz zur Schau trägt, aber die erst noch deutlich machen muss, wie ernst sie es denn nun mit der Loyalität zum System Satans meint.

Eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit und ein gesundes neues Jahr wünscht Ihnen und euch

Ursula Meschede.


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von Ray Franz

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